Sichtbarkeit von Trauer und Abschied.

Der Tod gehört zum Leben dazu. Wie oft nehmen wir Abschied in unserem Leben von Menschen, von Orten, von Tieren, Vorstellungen oder Situationen. Und ist Trauer ein Tabu-Themen, dass schweigen hervorruft und nicht sichtbar ist.

Ich bin dem Tod an verschiedenen Stellen in verschiedenen Art und Weisen in meinem Leben begegnet: Als meiner Tochter kurz vor der Geburt in meinem Bauch gestorben ist, bei meiner Oma, die ihr Leben selbst beendet hat, ein Tötungsdelikt in meiner angeheirateten Familie oder als ein Familienvater und Freund einer Freundin viel zu früh verstorben ist.

Jedes Mal habe ich erlebt, wie unterschiedlich mit der Trauer umgegangen wird, wie verschieden die Reaktionen der anderen sind. Aber auch, wie unterschiedlich der Trauernde mit der Trauer umgeht. Oft findet die Trauer schon vor dem Tod an.

Ich habe erlebt, wie über Verstorbene nicht mehr gesprochen wurde. Wie Trauernde gemieden werden oder gesagt wird: „So, nun ist aber genug getrauert.“

Mir selber haben meine Selbstportraits und Fotos aus der Zeit geholfen. In dem Moment und auch Jahre später. Durch die Fotos konnte ich mir und meiner Trauer nochmal begegnen und sie mit anderen Augen sehen lernen. Denn Trauer ist vielseitig, ein Prozess der sich stetig verändert.


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Trauer hat
viele Gesichter.


Hier ein paar meiner Selbstportraits aus der Trauerverarbeitung

Kann man etwas sichtbar,
was nicht sichtbar ist?

Bilder haben eine große Wirksamkeit und können in der Trauerverarbeitung helfen:

Ich arbeite als Sternenkindfotografin und helfe mit den Bildern etwas Unfassbares fassbarer zu machen. Oft bleibt nur dieser kurze Zeitpunkt, in dem das Kind fotografiert werden kann. Die Bilder begleiten die Familien noch viele Jahre und werden von Jahr zu Jahr kostbarer.

Meiner Freundin konnte ich die letzten gemeinsamen Familienfotos ermöglichen. Den Kindern, dem zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, es sind die letzten Bilder. Ihm war es bewusst. Beim Schreiben steigen mir da immer noch die Tränen in die Augen. Trauer darf weh tun und gleichzeitig bin ich so froh, dass ich dieser Familie dieses Geschenk machen konnte. Trauer ist beides.

Die Verstorbenen – wie auch immer sie aus dieser Welt gegangen sind oder gehen werden – haben ein Gesicht. Für sie gibt es ihr Platz in unserer Welt unsichtbar, jedoch sichtbar in den kleinen Dingen oder in unserem Herzen.

Ich möchte Menschen helfen beim Abschied nehmen.
Wenn ich dich/euch in eurer Trauer begleiten darf, dann meldet Dich/euch bei mir.

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Gerne können wir erstmal reden…